Native vs. Liquid Staking auf Solana
Natives Staking bindet SOL in einem Stake-Konto, das nur du kontrollierst; Liquid Staking gibt dir einen handelbaren Token (einen LST), den du in DeFi einsetzen kannst. Beide delegieren an dieselben Validatoren und verdienen dieselben Rewards. Was sie trennt, ist messbar, und beide Zahlen stehen auf dieser Seite: die Gebühr des Pools und der Preis dafür, in Sekunden auszusteigen statt eine Epoche abzuwarten.
Was natives Staking ist
Natives Staking heißt: du delegierst SOL direkt aus deiner eigenen Wallet an einen Validator. Die SOL liegen in einem Stake-Konto, das nur du kontrollierst, Rewards landen und verzinsen sich am Ende jeder Epoche automatisch, und zwischen dir und dem Protokoll steht kein Smart Contract. Die eine Einschränkung: um die SOL zurückzubekommen, deaktivierst du den Stake und wartest den Rest der laufenden Epoche ab — im Schnitt 16 Stunden, höchstens 32. Neu im Thema? Starte mit Solana staken.
Liquid Staking und LSTs
Beim Liquid Staking laufen deine SOL durch einen Stake-Pool. Im Gegenzug erhältst du einen Liquid-Staking-Token (LST) — einen normalen SPL-Token, der deinen Anteil am Pool repräsentiert. Der LST zahlt keine Rewards direkt aus. Sein Wechselkurs gegenüber SOL driftet jede Epoche nach oben, während der Pool verdient — deine Rendite zeigt sich darin, dass der Token mit der Zeit mehr SOL wert ist.
Weil ein LST ein gewöhnlicher Token ist, kannst du ihn halten, sofort zu SOL tauschen oder als Sicherheit und Liquidität in Solana-DeFi arbeiten lassen, während er weiter verdient. Es bleibt die Minderheitsroute — und eine schrumpfende: in LSTs stecken 12,1% aller gestakten SOL, nach einem Höchststand von 15,7% im Januar 2026 und niedriger in jedem der 7 Monate seither.
Du musst deinen Stake nicht verkaufen, um einzusteigen. Das Stake-Pool-Programm nimmt ein bestehendes Stake-Konto direkt an und gibt dafür Pool-Token aus: eine native Position wird zum LST, ohne Deaktivierung und ohne Wartezeit — vorausgesetzt, sie ist an einen Validator delegiert, an den der Pool ohnehin stakt. Die umgekehrte Instruktion gibt dir ein Stake-Konto zurück statt SOL, das dann dem gewöhnlichen nativen Fahrplan folgt.
Nativ vs. liquid: Seite an Seite
| Natives Staking | Liquid Staking (LST) | |
|---|---|---|
| Verwahrung | Dein Stake-Konto, non-custodial | Pool-Contract hält den Stake; du hältst den Token |
| Liquidität | Gebunden, bis die Deaktivierung durch ist | Sofort handelbar auf DeFi-Märkten |
| Ausstiegstempo | Rest der Epoche — höchstens 32 Stunden | Sekunden per DEX-Swap, oder eine Epoche bis zur Einlösung zum vollen Wert |
| In DeFi nutzbar | Nein | Ja (Lending-Sicherheit, LPs, Looping) |
| Rewards | Automatisch ins Stake-Konto verzinst | Wachsen über den steigenden Tokenwert |
| Validator-Wahl | Du wählst den Validator | Der Pool entscheidet; manche lassen dich lenken |
| Steuern (typisch) | Epochen-Rewards oft Einkommen beim Zufluss | Oft aufgeschoben bis Verkauf oder Einlösung |
| Zusatzrisiko | Nur Validator-Performance | Validator + Smart Contract + möglicher Abschlag beim Ausstieg |
Die wichtigsten Solana-LSTs
Gehst du liquid, zählt der Token, den du hältst. Die führenden LSTs unterscheiden sich darin, wer sie ausgibt, wie groß und damit wie handelbar sie sind, und ob du beim Validator dahinter mitreden kannst.
| LST | Herausgeber | SOL im Token | Was ihn auszeichnet |
|---|---|---|---|
| bnSOL | Binance | 10,36 Mio. | Von der Börse ausgegeben: die SOL dahinter liegen bei Binance, nicht in einem Pool auf der Chain |
| JitoSOL | Jito | 10,31 Mio. | Die breiteste DeFi- und Börsenunterstützung unter den On-Chain-Pools |
| jupSOL | Jupiter | 5,18 Mio. | In die Jupiter-App eingebaut |
| dSOL | Drift | 2,82 Mio. | Vom Drift-Protokoll, dort auch als Sicherheit akzeptiert |
| mSOL | Marinade | 2,33 Mio. | Der ursprüngliche LST von 2021, mit dem größten Validator-Set |
| fwdSOL | — | 1,93 Mio. | — |
Sieben-Tage-Mittel aus derselben Tagesreihe wie unser Dashboard zum Liquid Staking; die Reihenfolge wird daraus gelesen, nicht festgeschrieben.
Ein von einer Börse ausgegebener Token ist kein Liquid Staking in dem Sinn, in dem der Rest dieser Seite das Wort benutzt: die SOL dahinter sind eine Forderung gegen die Börse, und damit überlebt das Verwahrungsargument fürs eigene Staken den Wrapper nicht. Unter den Token, hinter denen ein Pool auf der Chain steht, ist JitoSOL der größte — und Größe ist das, was einen Token breit als DeFi-Sicherheit akzeptiert und billig im Ausstieg macht. Die kleineren Pools JPool, The Vault und JagPool sind aus einem anderen Grund interessant: dort wählst du den Validator hinter deinem LST selbst, Stake.Cake eingeschlossen.
Rendite: was jede Route wirklich bringt
Der Basis-Reward ist auf beiden Routen identisch, weil beide letztlich an Validatoren delegieren. Solanas Inflation zahlt gestakten SOL grob 5,0% APY vor Kommission, verteilt jede Epoche proportional zum Stake. Obendrauf verändert MEV das Bild:
- Natives Staking verdient Inflation plus das MEV, das dein Validator durchreicht. Wie viel das ist, entscheidet der Betreiber — von nichts bis alles.
- Alle großen LSTs fangen MEV ein, mSOL eingeschlossen: sie delegieren an Validatoren in Jitos Tip-Auktion und stakern die Tips jede Epoche in den Token zurück. Vergleiche, die LSTs noch in „mit MEV“ und „ohne MEV“ sortieren, beschreiben ein früheres Solana.
- Der echte Unterschied ist die Gebühr des Pools, die von den Rewards abgeht, bevor sie den Token erreichen — und an welche Validatoren der Pool delegiert.
So weit die Mechanik. Und so sah sie in der letzten abgeschlossenen Epoche aus:
| Route | Validator-Ertrag | Pool-Gebühr | Du behältst |
|---|---|---|---|
| Nativ — Median-Validator Basiswert | 4,97% | — | 4,97% |
| Stake.Cake unser Validator | 5,65% | — | 5,65% |
| JitoSOL Jito | 4,91% | 4,0% | 4,71% |
| vSOL The Vault | 4,86% | 5,0% | 4,62% |
| bSOL BlazeStake | 4,76% | 5,0% | 4,52% |
| JupSOL Jupiter | 4,66% | 5,0% | 4,43% |
| jagSOL JagPool | 4,66% | 5,0% | 4,43% |
| JSOL JPool | 4,75% | 7,0% | 4,42% |
| mSOL Marinade | 5,06% | — | — |
„Validator-Ertrag“ ist die Rendite, die die Validatoren des jeweiligen Pools tatsächlich erwirtschaftet haben. Die Pool-Gebühr ist der Anteil, den der Pool von den Rewards nimmt, live aus seinem On-Chain-Stake-Pool-Konto gelesen. „Du behältst“ ist, was dem Token-Halter bleibt. Native Zeilen haben keine Pool-Schicht, die beiden Spalten stimmen also überein; die eigene Kommission eines Validators steckt bereits in seinem Ertrag. Ein Strich heißt: aus dem Konto des Pools ließ sich keine Gebühr lesen, also wird kein Nettowert behauptet — Marinades Pool ist kein SPL-Stake-Pool, steht deshalb immer dort und zeigt nur brutto. Renditedaten via Trillium.
Die Routen liegen näher beieinander, als ihre Schlagzeilen-APYs vermuten lassen. Jeder Pool oben delegiert an dieselbe Art Validator, deshalb spannt sich das, was diese Validatoren erwirtschaftet haben, über gerade 0,40 Prozentpunkte. Die letzte Spalte trennt vor allem die Gebühr des Pools: 4,0% bis 7,0% deiner Rewards. Zwischen bester und schlechtester liquider Route liegen 0,29 Punkte, also 2,9 SOL im Jahr auf einer Position von 1.000 SOL.
Eine Zahl solltest du überall ignorieren, wo sie zitiert wird: den Netzwerkschnitt. Über allen Stake liegt er bei 3,79%, gegenüber 4,97% beim Median-Validator — nur bekommt kein Delegator ihn. 63 Validatoren nehmen 100% Kommission und halten 23,9% aller gestakten SOL: Börsen und Betreiber, die eigenes SOL staken und die Rewards behalten, weil es niemanden gibt, den sie auszahlen müssten. Dieser Stake steckt in jedem Netzwerkschnitt und in niemandes Wallet. Vergleichen solltest du gegen den Median, und handeln nach der Spanne in der Tabelle oben — die ist größer als der Abstand zwischen nativ und liquid.
Ein Vorbehalt hält diese Zahlen ehrlich: Sie zeigen, was jede Route in einer vergangenen Epoche gebracht hat, kein Versprechen für die nächste. Kommission und Zuverlässigkeit deines Validators entscheiden, wie viel der theoretischen Rendite dich erreicht, und beides kann sich nach deiner Delegation ändern. Eigene Zahlen modellierst du im Validator-Rechner (englisch).
Aus Sicht des Validators. Beide Routen delegieren an einen Node wie unseren — der Wrapper ändert Liquidität und steuerliche Behandlung, nicht die Arbeit dahinter. Uptime, Skip-Rate und Kommission treffen jeden Staker gleich, nativ oder liquid.
Was der frühe Ausstieg kostet
Das ist der klarste praktische Unterschied zwischen beiden. Natives Staking hat genau einen Weg hinaus: deaktivieren, den Rest der Epoche abwarten, abheben. Keine Gebühr, keine Strafe. Die Schritte stehen in Solana unstaken.
Ein LST hat zwei, und sie kosten Unterschiedliches. Die Einlösung über den Pool liefert native SOL zum vollen Wert nach der nächsten Epochengrenze — dieselbe Wartezeit wie nativ, ohne Spread. Der Swap zu SOL auf einer DEX ist in Sekunden abgewickelt, und was du dabei abgibst, ist die Differenz zwischen Marktpreis und dem, was der Pool für den Token eingelöst hätte.
| Swap zu SOL | 100 SOL | 10.000 SOL |
|---|---|---|
| JitoSOL | 0,03% 2,2 Tage Rendite | 0,05% 3,6 Tage Rendite |
| mSOL | 0,14% 10,0 Tage Rendite | 0,22% 15,8 Tage Rendite |
Wie weit ein Swap dieser Größe gerade unter dem Einlösewert landet, und dieselbe Zahl in Tagen der Netzwerkrendite — der nützliche Vergleich, denn die Alternative heißt höchstens 32 Stunden warten und zum vollen Wert einlösen. Einlösekurse aus dem Konto des jeweiligen Pools auf der Chain; Quotes von Jupiter.
Der Sofort-Ausstieg ist also eine Gebühr für Ungeduld, kein Verlust der Einlage — und er wächst mit der Größe der Position und schrumpft mit der Tiefe des Marktes für den Token. Aggregatoren wie Sanctum tauschen zudem einen LST direkt gegen einen anderen, was diesen Preis nur einmal statt zweimal kostet.
Deinen LST in DeFi nutzen
Der Grund, das Zusatzrisiko eines LST zu akzeptieren, ist Kapitaleffizienz: dieselben SOL verdienen Staking-Rendite und bleiben anderswo produktiv. Übliche Einsätze:
- Sicherheit fürs Leihen auf Lending-Märkten wie Kamino, MarginFi, Drift und Save — du beleihst gestakte SOL, ohne zu unstaken.
- Liquidität stellen in LST/SOL-Pools, um Handelsgebühren zusätzlich zur Staking-Rendite zu verdienen.
- Looping (leihen, restaken, wiederholen) verstärkt die Rendite — und das Risiko gleich mit; behandle es als fortgeschritten, nicht als Einstieg.
Nativer Stake kann nichts davon. Wenn deine SOL einfach liegen und sich verzinsen sollen, ist diese Einfachheit ein Feature, keine Einschränkung.
Steuern: kurz angerissen
Die beiden Routen können unterschiedlich besteuert werden. Native Rewards kommen jede Epoche als neue SOL an — in Deutschland zählen sie beim Zufluss in der Regel zu den sonstigen Einkünften (Freigrenze 256 € pro Jahr). Die meisten LSTs wachsen dagegen über einen steigenden Wechselkurs statt neuer Token, was die Erfassung bis zum Verkauf oder der Einlösung verschieben kann — wie bei einem im Wert steigenden Asset, mit der einjährigen Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte. Das ist ein echter Unterschied, aber keine Steuerberatung; Regeln variieren und ändern sich — kläre deinen Fall mit einem Profi.
Risiken, die du kennen musst
- Smart-Contract-Risiko (nur liquid). Ein LST hängt am Code des Pools. Die großen Pools nutzen das breit eingesetzte, auditierte SPL-Stake-Pool-Programm ohne Verlusthistorie für Halter — das senkt das Risiko, beseitigt es aber nie. Gut zu wissen: die Auszahlung ist eine Instruktion dieses Programms und kein Feature einer Website — ein Pool, dessen Oberfläche verschwindet, bleibt für alles einlösbar, was die Transaktion senden kann.
- Abschlag beim Ausstieg (nur liquid). Der Einlösewert eines LST steigt nur, sein Marktpreis kann aber darunter liegen — genau das misst die Tabelle oben, und in Stressphasen wird der Abstand größer. Die Einlösung über den Pool liefert weiterhin den vollen Wert; der Abschlag kostet dich also nur, wenn du jetzt verkaufen musst: in Panik, oder wenn der Token als Sicherheit hinterlegt ist und ein tieferer Abschlag eine Liquidation auslöst.
- Hebel-Risiko (nur liquid). Looping und Lending stapeln zusätzliche Schichten; jedes weitere Protokoll ist ein weiterer möglicher Bruchpunkt. Halte frühe Positionen einfach.
- Validator-Performance (beide). Ein Validator mit Ausfallzeiten oder hoher Skip-Rate erwirtschaftet weniger Rewards zum Teilen. Deshalb zählt die Wahl eines guten Validators in beiden Modellen.
- Slashing. Solana slasht derzeit keinen Stake für gewöhnliche Ausfallzeiten — der praktische Nachteil sind geringere Rewards, nicht der Verlust der Einlage.
Was solltest du wählen?
Wähle nativ, wenn du SOL mittel- bis langfristig hältst, das einfachste non-custodial Setup willst und automatischen Zinseszins ohne Contract-Schicht und ohne Abschlag beim Ausstieg schätzt.
Wähle liquid, wenn deine gestakten SOL produktiv bleiben sollen — als DeFi-Sicherheit oder Liquidität — oder du in Sekunden aussteigen können willst statt eine Epoche abzuwarten. Welcher Token, hängt davon ab, was du damit vorhast; die Ausstiegstabelle oben ist der Teil, den die meisten Vergleiche auslassen.
Beides geht. Ein üblicher Split: eine native Kernposition für die lange Strecke plus eine kleinere liquide Position für DeFi. Beide Routen können an Stake.Cake delegieren — nativ oder über JPool, The Vault und JagPool.
Stake auf deine Art
Delegiere nativ mit voller Kontrolle, oder wähle einen Liquid-Staking-Pool, der an Stake.Cake leitet, und halte deine SOL liquide, während sie verdienen.